Ich trete meine monatlichen Ziele in die Tonne

Letzte Woche habe ich über Entschleunigung geschrieben. Das hier ist meine erste Handlung im Amt des «Entschleunigungs-Ministers».

Seit 2012 setze ich mir jeden Monat Ziele in den Bereichen: Liebe, Gesundheit und Reichtum. Heute geht eine Ära zu Ende.

Warum ich meine monatlichen Ziele in die Tonne trete und ein paar grundsätzliche Gedanken zu Zielen, erfährst Du in diesem Artikel.

Was war

Im Jahr 2012 habe ich mich das erste Mal hingesetzt, ein A4-Papier in die Hand genommen und meine ersten Monatsziele aufgeschrieben. Zu Beginn war ich immer sehr kreativ, ich habe bunte Stifte genutzt, meiner Kreativität freien Lauf gelassen. Jeden Monat bin ich für ein paar Stunden zur Ruhe gekommen, habe mir Gedanken zu meinen Zielen gemacht.

Ich habe jeden Monat so viel gelernt. Einige Ziele habe ich als Challenge angesehen. Einen Monat lang etwas konsequent durchziehen. Nach dem Monat habe ich mir eine simple Frage gestellt: Hat diese Challenge mein Leben bereichert? Grundsätzlich hat jede Challenge mein Leben bereichert, da ich eine Erfahrung reicher wurde. Ich meine damit eher, ob ich diese Gewohnheit weiter in meinem Leben haben möchte oder nicht.

Da waren die abstrusesten Challenges dabei. Das fängt bei der Urin-Therapie an und hört bei nur Rohkost für einen Monat auf.

Was ist

Momentan fühle ich mich ausgelaugt. Gestresst von den Zielen. Der Spass an der Sache ist verloren gegangen. Ein unnötiger Druck lastet auf meinen Schultern. Die Angst zu versagen.

Die letzten Monate (eigentlich genau seit dem Start dieses Blogs) zeigen es deutlich. Meine Erfolgsquote ist nicht mehr wirklich hoch. Letztes Jahr noch, habe ich fast alle Ziele ohne Wenn und Aber erreicht.

Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass ich mir die falschen Ziele setze. Ich habe schon immer eine eher exotische Wahl bei meinen Zielen getroffen. Ich glaube tatsächlich, dass die Luft einfach raus ist.

Nach wie vor bin ich von Zielen überzeugt. Und wie erwähnt, haben mich diese die letzten Jahre sehr bereichert. Jetzt fühlt es sich aber gerade eher nach Entschleunigung an. Mehr im Moment leben. Ideen direkt umzusetzen. Früchte zu essen, weil ich es im Moment machen will, nicht weil ich mir dazu ein Ziel gesetzt habe. Abfall aufheben, weil ich es gerade für richtig halte, nicht weil ich mir dazu ein Ziel gesetzt habe.

Wieder mehr zur Lehre von Eckhart Tolle zurückkehren. Ich bin ein grosser Fan von ihm. Habe seine Bücher damals verschlungen. Die Weisheiten und Lehren sind aber mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Es wird Zeit für mich zu entschleunigen, mich auf das zu fokussieren, was ich im jetzigen Moment tun will. Mit dem Flow zu gehen.

Damit meine ich nicht, ziellos umherzuirren, ohne Perspektive. Tief in mir weiss ich, wo ich hin will. Die nächsten Tage möchte ich nutzen, mir das auch nochmals bewusst zu machen. Meinen Platz zu finden.

2 Gedanken zu “Ich trete meine monatlichen Ziele in die Tonne

  1. Hi Minimalist,

    ich habe keine monatlichen Ziele oder Vorhaben (eventuell noch im finanziellen Bereich, aber auch auf diese möchte ich nach und nach verzichten).

    Eine Idee war eher mal auf sich selbst oder noch verbliebenen Instinkte zu hören: Jagen (Arbeit und evtl. körperlicher Ausgleich), Nahrungsaufnahme (Essen), Fortpflanzungstrieb (Sex) und Faulenzen (wenn alles andere geschafft ist). Natürlich stumpf ausgedrückt. Es geht mehr darum, wieder zu lernen seinem Körper zu vertrauen und einfach mal wegkommen von der ewigen Selbstoptimierung (habe dir ja schon eine E-Mail dazu geschrieben).

    Vielleicht tun wir das alles nur, weil wir im Moment einfach nichts besseres zu tun haben?

    Gruß,
    Marco

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